Auch in dieser Ausgabe des MSH-Forums werfen wir wieder einen Blick hinter die Kulissen der Weiterentwicklung unseres Verlags- und Auslieferungssystems VAS.5. Wir wollen insbesondere auf die Weiterentwicklung der Systemarchitektur eingehen und anhand von zwei konkreten Beispielen zeigen, wie wir VAS.5 Schritt für Schritt modernisieren.

Zentrale Validierung statt doppelter Logik – Loose Coupling als Prinzip
Ein zentrales Ziel unserer Architekturmodernisierung ist die lose Kopplung (Loose Coupling) von Systemkomponenten. Das bedeutet: Wir reduzieren gezielt die Abhängigkeiten zwischen Komponenten, um die Flexibilität und Wartbarkeit zu erhöhen.
Ein Beispiel: Die Plausibilisierung von Geschäftspartnerdaten war bislang an mehreren Stellen im System implementiert:
- im VAS.5 Importserver
- in den VAS.5 WebServices
- in der Geschäftspartner-Komponente
Diese doppelte (oder sogar dreifache) Logik führte zu erhöhtem Wartungsaufwand und einem Risiko für Inkonsistenzen.
Unser Lösungsansatz: Die Plausibilisierungslogik wird zentralisiert – an einem Ort, den alle Systembestandteile nutzen. Ob Importserver, Webservices oder RCP-Applikation: Alle greifen nun auf dieselbe, zentral gepflegte Validierungslogik zu.
Vorteile:
- Konsistenz: Einheitliche Prüfregeln in allen Bereichen
- Wartbarkeit: Änderungen nur an einer Stelle nötig
- Flexibilität: Reduzierte Abhängigkeiten, höhere Erweiterbarkeit
Wie weit sind wir damit?
Das kommt auf den Betrachtungswinkel an: Für einzelne Komponenten, wie den Geschäftspartner, ist das bereits vollumfänglich umgesetzt. Bezogen auf den kompletten Modulumfang von VAS.5 befinden wir uns noch mitten in der Entwicklung. Das Ziel ist klar, aber Eingriffe an so zentralen Stellen bringen einige Schwierigkeiten mit sich und müssen daher behutsam durchgeführt werden.
Von C zu Java – Die Honorar-Batch-Anwendungen werden noch besser
Ein weiterer großer Modernisierungsschritt betrifft die Batch-Applikationen zur Honorarverarbeitung. Diese wurden ursprünglich in C entwickelt – eine damals, sowie heute, sehr performante und zuverlässige Lösung.
Da wir jedoch konsequent auf moderne, zukunftssichere Technologien setzen, haben wir beschlossen, die Anwendungen schrittweise von C nach Java zu portieren.
Unser Ansatz: Die neuen Batch-Prozesse werden als Java-Plugins realisiert, arbeiten im Kontext der VAS.5 Prozesssteuerung und nutzen REST-APIs zur Kommunikation.
Vorteile:
- Modularität: Plugins lassen sich leicht austauschen oder erweitern
- Einheitlicher Technologiestack: Java + REST für eine bessere Integration und Weiterentwicklung und ein Angleichen an die anderen Komponenten des VAS.5
- Zukunftsfähigkeit: Einfache Anbindung moderner Technologien wie Cloud oder Microservices
Wie weit sind wir damit?
Die ersten Tests mit den neuen Modulen waren erfolgreich. Aber auch hier lösen wir etablierte und häufig eingesetzte produktionsrelevante Funktionalitäten ab. Daher gehen wir sehr vorsichtig vor und bereiten derzeit noch einen weiteren kompletten Testzyklus vor.
Fazit: Zukunftsfähige Architektur durch gezielte Evolution
Diese beiden Beispiele zeigen: Durch den bewussten Einsatz modularer Architekturprinzipien und zentraler Services erhöhen wir die Qualität und Zukunftssicherheit unserer Software.
Anstatt bestehende Systeme abrupt abzulösen, setzen wir auf eine evolutionäre Weiterentwicklung – Schritt für Schritt, mit Bedacht auf Stabilität und Kontinuität für unsere Kunden und Anwender.