Synergien sinnvoll nutzen im Leser- und Werbemarkt

SAP S/4HANA Add-ons MSH

Die SAP verzichtet in ihren S/4HANA-Lösungen auf Branchenspezifikationen – und das betrifft auch die IS-Media-Lösung, die aktuell noch im SAP ECC R/3 Stack verfügbar ist. Doch was nun? Diese Frage haben auch wir uns gestellt! Wir haben intensiv darüber nachgedacht, wo die Reise hinführt und welche Schlüsselwerte dabei entscheidend sind. In engem Austausch mit mehreren Verlagen haben wir die Vor- und Nachteile verschiedener Ansätze diskutiert und zahlreiche Anforderungen und Ideen gesammelt.

Schon jetzt sind einige Verlage auf dem Weg in Richtung S/4HANA, speziell im Bereich Finanzbuchhaltung. Für diese Verlage sind Antworten auf Fragen wie die folgenden von großem Interesse:

  • Lässt sich der Werbe- und Lesermarkt auch über den SAP-Standard abbilden?
  • Und falls ja, wie könnte das konkret aussehen?

Diese Fragen brannten uns ebenfalls unter den Nägeln. Deshalb haben wir einen Proof of Concept durchgeführt, um genau diesen Fragen nachzugehen und mögliche Lösungsansätze zu testen. Unser Ziel: Synergien nutzen, wo es sinnvoll ist, und die Komplexität zu reduzieren – denn mit jedem neuen Systemteil wächst auch die Komplexität der Systemlandschaft.

Der erste Schritt in der Transformation des Lesermarkts: Die Aufspaltung des SAP M/SD-Systems in zwei eigenständige Bereiche – ein reines Logistiksystem (MSH NewsLogistics) und ein Abo-Management-System für Abos.

Die Idee ist nicht neu – bereits in der Vergangenheit wurde SAP ERP SD für den Verkauf von Abo-Produkten genutzt, speziell konzipiert für Fachverlage mit komplexen Abo-Szenarien. Also muss es doch auch einen Weg geben, die Anforderungen von Zeitungsverlagen im S/4HANA über den Standard abzubilden!

Moderne integrierte Architektur im Lesermarkt für Print und digitale Services


Durch eine clevere Definition des Abo-Produktes lassen sich die notwendigen Attribute problemlos abbilden. Im S/4 SD wird hierfür ein Produkt-Stammsatz erstellt. Jedes Produkt (Material) gehört zu einer Materialart. Die Materialart „Print-Abo“ dient der Verwaltung von Print-Abo-Produkten und ermöglicht eine einfache Produktanlage. Weitere Abo-Produktarten lassen sich dabei flexibel und unkompliziert konfigurieren.

Die typischen Anforderungen für Zeitungsabos lassen sich im SAP SD mit Abo-Verträgen nahezu vollständig abbilden. Alle Verkaufsprozesse, von der Abo-Bearbeitung und Fakturierung bis hin zur Provisionsabrechnung und der Erlösverteilung bzw. -abgrenzung, können nahtlos integriert durchgeführt werden.

Dank dieser flexiblen Lösung können auch die klassischen Anforderungen der Printlogistik viel agiler in einem Logistik-System abgebildet werden – von A wie Abladestelle bis U wie Urlaubsunterbrechungen und natürlich alles, was für Z wie Zustellung notwendig ist, wird von unserer MSH NewsLogistics perfekt gesteuert.

Diese Architektur bietet die Möglichkeit, sowohl neue digitale Abo-Geschäftsmodelle als auch klassische Print-Abo-Anforderungen abzubilden. Im Gegensatz zu vielen anderen Architekturen ermöglicht sie den integrierten Verkauf von digitalen Abos, Print-Abos und anderen Produkten – alles in einer Lösung!

Ein API-basierter Ansatz eröffnet uns zahlreiche Möglichkeiten, verschiedene Use Cases für Print-Produkte zu realisieren:

  • Flexible Lieferarten und Bezugsperiodizitäten können problemlos abgebildet werden
  • Periodische Fakturierung (gleitend) sowie An- und Auslaufperioden lassen sich nahtlos integrieren
  • Unterbrechungen – inklusive Sammlungen – sind ebenfalls einfach abbildbar
  • Selbst Gutschriften mit komplexen Berechnungsmodellen sind kein Problem

Digitale Produkte hingegen können schnell und unkompliziert angelegt werden. Damit lassen sich verschiedenste Produkttypen abbilden, von ePaper über Newsletter bis hin zu Tagespässen für digitalen Content. Die Fakturierung der Abos erfolgt dann zusammen mit den Print-Abos direkt im S/4HANA.

Darüber hinaus gibt es noch weitere spannende Use Cases:

  • Mehrstufige Anlaufphasen für Abos, vom kostenlosen Einstieg bis hin zum voll bezahlten Abo
  • HopOn-HopOff-Modelle, die es ermöglichen, Abos flexibel von aktiv auf inaktiv zu schalten, zum Beispiel, um Kündigungen zu vermeiden
  • Produktbundles mit dynamischen Preisen: Das Marketing-Team kann ganz einfach Regeln für die Preisgestaltung von Bundles definieren (UpSelling leicht gemacht)
Moderne integrierte Architektur im Werbemarkt für Print und digitale Services


Es ist jedoch entscheidend, welche Modulausprägungen und -möglichkeiten von S/4HANA hier tatsächlich genutzt werden. Diese sollten in einer gründlichen Analyse hinterfragt und präzise entschieden werden.

Ähnlich lässt sich auch der Prozess des Werbeverkaufs in SAP S/4 abbilden: In unserem prozessorientierten Ansatz konfigurieren wir den Verkauf von Werbeflächen als einen Make-to-Order-Prozess in SAP. Für jeden Kunden wird ein individuelles Werbeprodukt erstellt und auf der gewünschten Fläche platziert. Dies lässt sich ganz einfach im S/4HANA Sales (früher SD) abbilden. Im Werbeauftrag wird dann das maßgeschneiderte Werbeprodukt verkauft, das alle Daten zum Motiv, der Platzierung, Herstellung und Ausspielung der Werbung enthält. Der gesamte Verkaufsprozess, vom Angebot über die Fakturierung bis hin zur Integration in die Buchhaltung, lässt sich problemlos im SAP S/4HANA abbilden. Neue Werbekanäle, wie digitale und mobile Werbung, lassen sich zudem ganz unkompliziert in den Prozess integrieren.

Die zentralen Anforderungen des Werbeverkaufs in Print-Medien und anderen Werbeformen lassen sich mit unserem innovativen Ansatz perfekt abdecken. Einige Beispiele: Darstellung von Werbeflächen inklusive inhaltlicher Strukturierung, Verkauf von Beilagen (Verteilungen), flexible Fakturierungsmodelle, Verkauf von Werbung in Kombination mit anderen Produkten oder Dienstleistungen, Provisions- und Partnerabrechnung, Integration in technische Systeme, …

Die Vorteile der vorgestellten Architekturen für den Leser- und Werbemarkt sind deutlich:

  • S/4HANA Infrastruktur und Lizenzen: Bereits vorhanden seit der Einführung FI
  • Fundiertes SAP-Wissen: Enge Zusammenarbeit von Fachbereichen und IT im Projekt
  • Umfang des Change-Prozesses: Sehr überschaubar (Logistik bleibt nahezu „as is“)
  • Integration von Faktura, Buchhaltung und Controlling: Standardfunktionen aus SAP S/4 (wiederverwendbare Prozesse und Daten)
  • Investitionsschutz: Weitere Produktentwicklungen und Supportpakete bis 2040+ durch den Hersteller
  • SAP bewährte Lösung: Einsatz von S/4 MM und SD – kein Lock-In durch externe Dienstleister
  • Keine Silo-Applikation für einzelne Geschäftsmodelle: Ein integrierter Ansatz, wo er sinnvoll ist
  • Keine Neuentwicklung: Prozesse und Funktionen sind seit vielen Jahren erprobt und im Einsatz
  • API-First-Ansatz: Flexible Gestaltung effizienter Prozesse durch vorhandene APIs und Automatisierung

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann schreiben Sie mir gerne an susanne.ray@msh.de.

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